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Geschichte der Geowissenschaften

A. Petzholdt (1840): Bildung der Mineralgänge

Historische Arbeiten
W.Griem, 2008 - 2019

Petzholdt, 1840
Bildung Mineralgänge

español - deutsch

En 1840 gab es noch keine einheitliche Meinung über die Lagerstättenbildungen - speziell über die Bildung der Mineralgänge:

Anfangs postuliert WERNER eine Füllung der Gänge von oben her - also Sedimentär.

Andere Autoren wie HUTTON stellen eine Füllung durch magmatische "feuer-flüssiger Zustand" Prozesse zur Diskussion.

Andere wiederum sehen die Sublimation als wichtigsten Lagerstätten Bilder. Also die Gasförmige Ausscheidung der Metalle, und schließlich deren Absetzung an den Wänden der Lagerstätte.

Die vierte Hypothese war an galvanische Prozesse gebunden, durch lange Zeiträume und elektrische Felder in der Erdkruste.

Hartmann, 1843: Gangkreuzungen

Hartmann, 1843: Gangkreuzungen

Eine Diskussion in allen Details:

Petzholdt lehnt die Verfüllung von Oben (Werner) ab. Die Chemischen Gegebenheiten sprechen keinesfalls für eine sedimentäre Verfüllung.

Die Bildung durch Sublimation, also die Ausfällung der Mineralien direkt aus Gasen sieht Petzold als Teilweise anwendbar an, aber schränkt ein, dass viele Phänomene noch nicht verstanden werden.

Die vierte Hypothese - Bildung durch galvanische Prozesse - wird ebenfalls von Petzholdt abgelehnt: "allein eben weil sie sich auf elektrische Tätigkeit stützt, ist sie nicht sehr zu beachten, in sofern wir in das Wesen der Elektrizität nach dem jetzigen Standpunkte der Wissenschaft noch so wenig Einsehen haben".

Petzholdt  favorisiert die Hypothese von Hutton "magmatisch  - Feuerflussig" also eine Gangbildung durch magmatische Ereignisse.

Die Beschreibung von HUTTON en Petzholdt (1840):

"Wir zeigten im Verlaufe unserer geologischen Entwickelungen, dass das zum Erdbau verwendete Material sich sehr wahrscheinlich seinem verschiedenen Gewichte gemäß in mächtigen konzentrischen Schichten abgelagert habe, so dass dem Centruin der Erdkugel zunächst das Schwerste , an der Peripherie hingegen das Leichteste gesucht werden musste, und wir sahen diese Vermutung, welche wir aus gewissen physikalischen Gesetzen abstrahierten sehr glänzend durch die Untersuchungen über das spezifische Gewicht des Erdkörpers als wahr bestätigt, indem diese mit Sicherheit erwiesen, dass das Erdinnere Schweres enthalten müsse, da das an der Peripherie Gelegene viel leichter gefunden wird, als es der Fall sein konnte wenn eine gleichmäßige Verteilung des sämtlichen irdischen Materiales stattfand."

Eine für 1840 fast geniale Schlussfolgerung - also die Bildung aus Magma, zwischen der Plutonischen und Vulkanischen Stufe.

Petzholdt diskutiert etwas Weiter einige Details:

a) Gold ist auf Grund seines hohen spezifischen Gewichtes ein seltenes Element auf der Erdoberfläche, also nur in Bereichen unter dem Magma häufig anzutreffen.

b) Das Auftreten von Schwerspat in den Gängen beweist das Vorkommen von schweren Mineralien in der Tiefe.

c) Stocks, uns Lager sind nur verschiedene geometrische Formen von Gängen.

d) Seifenlagerstätten werden deutlich von diesen Prozessen abgetrennt.

e) Offene Klüfte zeigen eine Verfüllung von Unten, und das der Druck einfach nicht ausreichte sie zu schließen.

f) Petzholdt verneint nicht das Phänomen der Sublimation, nur glaubt er nicht das dies ein wichtiger Vorgang ist.

Gut, heute wissen wir, dass Mineralgänge ein hydrothermales Ereignis [hydrothermal] repräsentieren, ein Mineralgang [Gang] ist also eine hydrothermale Kristallisation.

Aber: Um 1891 wird bei CREDNER deutlich von temperierten Wässern gesprochen, um die Lagerstättenbildung zu erläutern. Hier wurden die alten Theorien von Werner, Hutton, Sublimation und Galvanisch komplett ausgegeben. Nur die Migration von heißen Wässern in den Gesteinen wird als Faktor benannt. Hier der Text von1891

Veröffentlichungen über die Bildung von Gängen:
Formation von Gängen (Petzholdt, 1840)
Formation von Gängen (Beche, 1852)
Lagerstättenbildung durch Wasser (Credner, 1891)
Wesen und Entstehung von Mineralgängen (Credner, 1891)

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Text en 1840: Diskussion über die Bildung von Mineralgängen als Lagerstätte - 1840:

Originaltext in Deutsch, (1840):
p. 222-224

Nicht so groß ist die Übereinstimmung der Ansichten, wenn gefragt wird, wie denn diese Metalle eigentlich in diese Spalten gelangten, indem hierauf bezüglich im Allgemeinen eine vierfache Verschiedenheit herrscht. Denn während die Einen (Werner) annehmen, dass diese Spalten von oben herein erfüllt worden seien, und zwar durch in wässeriger Auflösung sich befindendes Material; so behaupten die Anderen (Hutton), diese Spalten seien von unten her durch Material angefüllt worden, welches sich im feurigflüssigen Zustande befunden habe.

Noch Andere erklären sich den Vorgang dieser Spaltenerfüllung durch eine Sublimation , indem sie im Innern der Erde liegendes Material stark erhitzt werden und in Folge dieser Erhitzung die metallischen Massen sich verflüchtigen, als Dampf aufsteigen und so die Spalten erfüllen Massen ; und wieder Andere meinen, die Spalten seien durch einen eigentümlichen Ausscheidungsprozess metallischer Körper aus der Masse der Gesteine, welche die Erzgänge umgeben, erfüllt worden , und suchen die Ursache dieser Art und Weise der Erfüllung namentlich in einer galvanischen , lange Zeiträume hindurch wirkenden Tätigkeit. (Vergl. die Beobachtungen von Fox in den Philosoph. Transact. 1830, und Becquerel, Traite de Electricite, T. i. c.7, p. 547, 1834.)


Die erste Ansicht, die von Werner aufgestellte, findet in den Erfahrungen , welche die Chemie machte , eine unbezwingliche Gegnerin; die dritte, welche Verdampfung der metallischen Körper und Erfüllung der Spalten durch Sublimation annimmt, ist nur bedingt, zulässig, indem nur einige Erscheinungen an Metallführenden Gängen, nicht aber alle erklärt werden; die vierte kann zwar, da sie die Elektrizität zu Hülfe nimmt, Alles erklären, ja sie könnte noch weit schwierigere Knoten lösen, allein eben weil sie sich auf elektrische Tätigkeit stützt, ist sie nicht sehr zu beachten, in sofern wir in das Wesen der Elektrizität nach dem jetzigen Standpunkte der Wissenschaft noch so wenig Einsehen haben, dass es eben so leicht ist durch irgend eine Hypothese etwas Unbekanntes zu erklären, als es schwer und oft ganz unmöglich ist die offenbare Unrichtigkeit einer solchen elektrisch-chemischen oder galvanischen Vermutung nachzuweisen; die zweite Ansicht endlich , die von Hutton zuerst ausgesprochen, scheint uns die richtige, indem sie ohne Verstöße gegen chemische Erfahrungen zu machen, und ohne die für jetzt noch dunklen elektrischen Kräfte in Anspruch zu nehmen, die fraglichen Erscheinungen genügend erklärt und das aus der Sublimationstheorie für gewisse Fälle nicht Wegzuleugnende mit involviert; wir neigen uns derselben mit um so größerem Vertrauen zu, als wir durch die Konsequenz unserer geologischen Betrachtungen auch dahin geführt werden, wie sogleich kurz erörtert werden soll.

Wir zeigten im Verlaufe unserer geologischen Entwickelungen, dass das zum Erdbau verwendete Material sich sehr wahrscheinlich seinem verschiedenen Gewichte gemäß in mächtigen konzentrischen Schichten abgelagert habe, so dass dem Centruin der Erdkugel zunächst das Schwerste , an der Peripherie hingegen das Leichteste gesucht werden musste, und wir sahen diese Vermutung, welche wir aus gewissen physikalischen Gesetzen abstrahierten sehr glänzend durch die Untersuchungen über das spezifische Gewicht des Erdkörpers als wahr bestätigt, indem diese mit Sicherheit erwiesen, dass das Erdinnere Schweres enthalten müsse, da das an der Peripherie Gelegene viel leichter gefunden wird, als es der Fall sein konnte wenn eine gleichmäßige Verteilung des sämtlichen irdischen Materiales stattfand (vergl. pag. 19 und folgende). Wir entwickelten, wie bei von oben von der Peripherie herein [stattfindender allmähliger Abkühlung, Erstarrung und Zerreißung des Festgewordenen, die entstandenen Spalten, vermöge des vorhandenen Druckes durch Zusammenziehung der Peripherie auf das noch weiche Untere, durch noch weiches heißes Material von unten her erfüllt werden mussten, und wie diese der Zeit nach verschiedenen Erfüllungen auch ihrer Beschaffenheit nach verschieden waren, welche Verschiedenheit, namentlich auf vermehrtem Metallgehalt beruhend, sich durch immer grösser werdendes spezifisches Gewicht aussprach.

....

Wenn wir nun überhaupt behaupten, die Erfüllungen der Spalten durch Erze haben von unten herauf am Ende der plutonischen Periode vor dem Beginn der vulkanischen stattgefunden, die Erze seien mithin jünger als die Basalte und älter als die vulkanischen Produkte, so ist diese Behauptung allerdings zunächst eine Folge unserer Theorie, allein wir wollen einmal versuchen, aus der großen Anzahl der vorhandenen Beobachtungen möglichst allgemeine Resultate zu ziehen, und zusehen, welche Widersprüche oder welche Unterstützungen uns aus denselben erwachsen dürften.

Zunächst geht die Mehrzahl der Beobachtungen darauf hinaus, dass den Erzen im Allgemeinen ein gangartiges Vorkommen zuerkannt werden muss, und es ist ein schon anderwärts vielfach besprochener Umstand, dass das stock-förmige und lagerartige Vorkommen mit hoher Wahrscheinlichkeit als eine bloße Modifikation der Gänge anzusehen sei. Dies Vorkommen erklärt aber unsere Theorie vollkommen durch die Nachweisung der Spaltenentstehung wie der Spaltenerfüllung.


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Petzholdt (1840): Erdkunde - Geologie. - 253 Seiten, 1 Abbildung, 1 Tafel; Verlag de J.J. Weber, Leipzig (Sammlung W. Griem).

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Publiziert: 4.8.2019 / Aktualisiert: 4.8.2019
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