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Geschichte der Region Atacama (Chile): Die Erdbeben

J.M. Gilliss beschreibt das Erbeben von 1851

Museo Virtual, Chile
W. Griem, 2016, 2017

J.M. GILLISS

terremoto en Copiapo
Foto: Erdbeben in Copiapó (1922)
Sammlung Museo Regional de Copiapó
Foto total

Insgesamt ein sehr vertrauenswürdiger aber auch sehr technischer Bericht über dieses Erdbeben in Atacama. Der Autor zeigt sogar offenes Misstrauen gegenüber einigen Zeugenberichten:
" wie zehntausend Male vorher wies sich dieses als Legende aus " .

Sehr interessant ist die Beschreibung eines kleinen Tsunamis in Caldera:
"..sank der Meeresspiegel und kehrt in Wellen in Intervallen zwischen 7 und 10 Minuten zurück"

Übersetzung aus dem englischen von W. Griem - Angleichung einiger physikalischer Einheiten; Kürzungen vorbehalten.


 Literatur: Erdbeben in Copiapó von 1851

Übersetzter Originaltext von Gilliss:
26. Mai 1851¨:

Um 0 Uhr, 14min 10s. p.m. gab es ein sehr kleines Erdbeben, welches 10 Sekunden dauerte. Aufgrund der sehr langen Wellenlänge waren die Bewegungen sehr langsam, und der Großteil der Bevölkerung nahm dieses Phänomen nicht zur Kenntnis. Alle städtischen Hafenanlagen wurden geschlossen. Später erfuhren wir, dass es im Norden stärker war, Copiapó und Huasco wurden stark betroffen. (Gilliss, der Autor befand sich in Valparaiso) Eine Zeitung aus Copiapó beschrieb die Uhrzeit mit "etwa um Viertel nach 1 p.m." eine andere nannte etwas genauer " 1 Uhr 20 min". Einige Häuser wurden zerstört, einige Schornsteine sind heruntergefallen und es wird mit größeren Sachschäden gerechnet. Ähnliche Zerstörungen wurden aus den angrenzenden Bergbaudistrikten berichtet, jeder etwa 50 Meilen (80,5 km) entfernt - einer nach S.E der andere nach N.W. Durch die Tatsache, dass die Zerstörungen in den Ersteren größer waren als in den Letztgenannten und aufgrund einer Abschätzung der horizontalen Bewegungen, viele vermuten die Quelle der Bewegungen im Süden, andere wiederum meinen, dass sie in den Anden oder im Osten zu suchen sei. Ein lautes Geräusch begleitete die Erschütterungen, welches letztlich zwei Minuten anhielt. Es wird gesagt, dass eine 50 Yards [46 m] lange und 8 Inches [20,3 cm] breite Spalte sich im Zentrum der Stadt öffnete aus welcher Wasser austrat. Aber als ich fünf Wochen später Copiapó besuchte um die Berichte zu überprüfen, wie zehntausend Male vorher wies sich dieses als Legende aus. Die Verwüstungen waren nicht so stark wie in Valparaíso oder Santiago am 2. April (1851); möglicherweise erklärbar durch eine bessere Vorbereitung,  durch die leichtere Bauweise oder die niedrigeren Mauern.

Zwischen dem großen Stoß und Mitternacht des 27. konnten mehr als 100 Bewegungen (Nachbeben) gezählt werden, und am 31. der Herausgeber von "El Pueblo" schrieb: "Wir sind am 6. Tag nach dem "Erdsturm" angekommen und noch immer hören die Stöße nicht auf. In der letzten Nacht hatten wir alleine sechs, von denen zwei oder drei stärker und von längerer Dauer waren".

In Caldera dauerten die Erdstöße gleich lang wie in Copiapó, jedoch war ihre Intensität viel schwächer. Danach sank der Meeresspiegel und kehrt in Wellen in Intervallen zwischen 7 und 10 Minuten zurück, bis die einbrechende Nacht eine weitere Beobachtung verhinderte. Die anbrandenden Wellen erreichten niemals eine Höhe von mehr als 4 Fuß [1,22 m], der niedrigste Wasserstand konnte mit 2 Fuß [0,61 m] unter der tiefsten Niedrigwassermarke beobachtet werden. W. W. Evans, Esq. ortsansässiger Ingenieur der Eisenbahn schätzte, dass etwa 2.000.000 Kubikfuß Wasser jedes Mal in den 7 bis 10 Minuten in die Bucht hinein und hinausgeflossen waren.

In Huasco konnte der Stoß um 1h 07m p.m. gespürt werden, Kirche und einige Häuser wurden unwiederbringlich zerstört. Kurz danach zog sich das Meer mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf 150 Yards [137 m] zurück. Viele Schiffe holten die Anker ein, eines kappte sogar das Tau um schnell zu fliehen. Plötzlich erschien eine Welle, mit einer Höhe von mehr als 10 Fuß [3,00 m] über dem höchsten Hochwasserstand. Sie rollte zum Strand und überschwemmte das Zollhaus, wobei alle im Hof gelagerten Waren weggespült wurden. Das Phänomen wurde eine halbe League (etwa 2414 m) auf dem Meer beobachtet, und - auch wenn ich mich wiederhole - dies geschah in kurzen Intervallen und mehrmals nacheinander.

In einer offiziellen Mitteilung des Gouverneurs von Freirina (3 bis 4 leagues [13 –17 km] östlich von Huasco gelegen) an den Innenminister wird erwähnt, dass das Erdbeben etwa um viertel nach 1 p.m. gespürt wurde, und das es stärker war als die älteste Person im Ort seit 50 Jahren erinnern konnte. Die Dauer der stärksten Stöße betrug über eine Minute. Einige Häuser fielen zusammen und viele Mauern stürzten ein. Aber es wurde keine mögliche Wellenrichtung genannt. Bis zum Ende des zweiten Tages wiederholte sich dieses Naturschauspiel in kurzen Intervallen.  Der Gouverneur schrieb weiter, dass es auch Vallenar betraf (30 Meilen [48 km] in Luftlinie E.S.E von Freirina gelegen) um 1 hrs 42 Min, und die Dauer der Oszillation betrug drei Minuten, von denen 15 Sekunden äußerst stark waren. Jedes Haus wurde in Mitleidenschaft gezogen und einige wurden gänzlich ruiniert. Weitere Stöße konnten den Tag und die Nacht darauf in Intervallen beobachtet werden.

 

1) Der Unterschied zwischen Hoch und Niedrigwasser ist hier normalerweise 5 pies [1,52m].

Foto del terremoto en Copiapó 1922
Foto: Erdbeben in Copiapó (1922) - Zwischen den Straßen Los Carreras, Yerbas Buenas und Gana - Sammlung Museo Regional de Copiapó

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Literatur:
• GILLISS (1855): "U. S Naval Astronomical Expedición; The southern hemisfere: The Years 1849-50-51-52  - Liut. J. M. Gilliss, p. 258-259 (Sammlung W.Griem)

• Miranda, G. (1923): Álbum gráfico del terremoto del Norte. - 116p. Imprenta Universitario, Santiago - Chile.

Literaturhinweise über die Geschichte von Atacama

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